Pilotstrecke

Eines der Projektziele ist es, den automatisierten Shuttlebus in den städtischen Nahverkehr zu integrieren. Daher wurde bei der Auswahl der Pilotstrecke analysiert, wo der automatisierte Shuttlebus eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zum bestehendem ÖPNV-Angebot darstellen kann. Beispielsweise wurden sich Strecken angeschaut, bei denen durch die geringe Auslastung konventioneller Linienbusse der Einsatz kleinskalierter automatisierter Shuttlebusse mit ggf. kürzeren Taktzeiten wirtschaftlicher und nachhaltiger wäre. Zudem sollte die Strecke auch die typischen Verkehrssituation in einem urbanen Umfeld, wie eine Ampelkreuzung und einen Kreisverkehr enthalten.

Durch die Initiative des Magdeburger Stadtrates und der Fraktion Grüne/future! zur Prüfung der Konzepte für einen nachhaltiger Mobilitätsanschluss zur Stadthalle sind wir auf die letztendlich ausgewählte Pilotstrecke aufmerksam geworden.

Wie in der Abbildung 1 zu sehen ist, wird in der Seumestraße eine neue Haltestelle“ Seumestraße“ errichtet. Ab hier fährt der Bus in einem Rundkurs über die Sternstarße, Harnackstraße, Planckstraße und Sternbrücke zum Heinrich-Heine-Platz und wieder zurück. Die Strecke beziehungsweise der Rundkurs umfasst 2,3 km und die 4 Haltestellen:

  • Seumestraße (Start / Ende)
  • Hammersteinweg
  • Stadthalle
  • Hammersteinweg
  • (Seumestraße) 
 Pilotstrecke MD_700x300

Abbildung 1: Pilotstrecke in Magdeburg (39104 / 39114)

Die Pilotstrecke erfüllt zudem die wesentlichen Basis-Anforderungen für den Betrieb eines automatisierten Shuttlebusses, wie bspw.:

  • Streckenlänge bis maximal 5 km
  • Steigungen bis 12 % auf kurzen Streckenabschnitten
  • Straßenbreite von 4 m bis 5 m
  • Gute Netzabdeckung (mind. 3G oder 4G)

Eine weitere Anforderung ist die Geschwindigkeitsbeschränkung auf max. 30 km/h entlang der gesamten Strecke. Der Grund dafür ist, dass der automatisierte Shuttlebus momentan noch mit maximal 15 km/h Höchstgeschwindigkeit zugelassen wird die Geschwindigkeitsdifferenz sonst zu groß wäre. Deshalb wurde für die Dauer des Pilotbetriebes eine temporäre Geschwindigkeitsbeschränkung für den Streckenabschnitt zwischen der Sternstraße und der Steubenalle angeordnet.

Eine essentielle Anforderung ist zudem das Vorhandensein größerer fixer Elemente in drei Meter Höhe, wie z.B. Häuserkanten, zur Lokalisierung des Shuttlebusses. Die Lidar-Sensoren scannen diese Elemente und der Shuttlebusrechner gleicht die Sensordaten mit der einprogrammierten virtuellen Karte und den dortigen Elementen ab. Für den Streckenabschnitt auf der Sternbrücke bedeutet dies, dass zusätzliche Lokalisierungspanele installiert werden müssen.

Letzte Änderung: 02.07.2021 - Ansprechpartner: M.Sc. Olga Biletska